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Rakija i salata.
Makedonien.mk > Blog > Küche > Das makedonische Lebenselixier – Rakija und Meze!
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Das makedonische Lebenselixier – Rakija und Meze!

Veröffentlicht 26. Januar 2016
6K Ansichten
7 Min Lesezeit
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Komm, trinken wir noch eine Rakija! Ein Satz der in Makedonien zum alltäglichen Wortschatz gehört. Mit Rakija ist selbst gebrannter Schnaps gemeint, natürlich gibt es den auch zu kaufen aber das ist was ganz anderes. Gute Gäste bekommen immer den besten Brand, hausgemacht!

Inhaltsverzeichnis
    • Rakija – das mazedonische Gold
    • Schnapsbrennerei
    • Schnapsbrennen wird zelebriert
  • Rakija und Meze
    • Auf den Salat kommt es an

Rakija ist ein Obstbrand, der durch Destillation aus vergorene Früchte hergestellt wird, der Alkoholgehalt beträgt normalerweise etwas über 40 Prozent, hausgemachte mazedonische Rakija dagegen kann stärker sein mit einem Alkoholgehalt zwischen 50 Prozent bis 60 Prozent.

Rakija – das mazedonische Gold

Aber Rakija ist nicht gleich Rakija, der Begriff Rakija (der übrigens aus dem arabischen abgeleitet wird) ist der Oberbegriff. So wie man zum Beispiel in Deutschland allgemein Schnaps zu hochprozentigem sagt. Es gibt verschiedene Sorten und jeder „Brenner“ schwört auf sein eigenes Rezept.

Die häufigste Rakija Art ist in Makedonien mit Sicherheit die „Lozova“, dieser wird aus Trauben gewonnen. Das verrät schon der Name, die Trauben nennt man „Lozje“ bzw. Lozje nennt man den ganzen Trauben stock und die einzelnen Trauben nennt man „Grozje“. So gesehen sind zwei Bezeichnungen gängig, Lozova oder Grozdova.

Als „Slivova“ wird der Schnaps aus Pflaumen bezeichnet, in Deutschland meist als „Slivovic“ bekannt. Diese Art ist besonders bei unserem nördlichem Nachbar in Serbien verbreitet, bei uns in Makedonien ist er je nach Region beliebt und wird verstärkt dort gebrannt wo auch mehr Pflaumen als Trauben wachsen.

Eine andere ganz beliebte Art ist der Schnaps verfeinert mit Anis den wir in Makedonien „Mastika“ nennen. Wenn man einem deutschsprachigen Interessierten diese Schnaps Art erklären will sagt man einfach „sowas wie Ouzo“. Aber unsere Mastika ist wesentlich leckerer als der Ouzo der südlich unserer Landesgrenzen seine Heimat hat!

Schnapsbrennerei

Der oder die (?) Rakija kann aber auch aus andere saftige Obstarten gebrannt werden, so ist bei mir zuhause der Garten voll mit Apfel-, Birnen-, Pfirsich- und Aprikosen Bäumen. Sobald Früchte davon abfallen schneiden wir das was wir als unbrauchbar finden heraus – samt den Kernen- und lagern es in Fässern.

So können die klein geschnittenen Fruchtstückchen gären, im Herbst wird dann ein herrlich klarer Obst Schnaps gebrannt. In Bayern würde man dazu wohl ganz eindeutig „Obstler“ sagen wobei der unsere deutlich stärker mit über 50 Prozent Alkohol ausfällt.

Wie ich es gerade angedeutet habe, der Herbst ist die typische Saison der Schnapsbrenner in Makedonien. Wenn das Obst gegärt ist und seinen schneidenden Geruch verbreitet wird eine typische Prozedur vollzogen, die Anlage zum Schnaps brennen – meist selbst hergestellt- in den Vorgarten gestellt und ein paar Nachbarn zur Hilfe beordert wird die Prozedur zelebriert.

Schnapsbrennen wird zelebriert

Man muss den Kessel mit den Früchten über dem Feuer ganz gut abdichten, wie bei den Zutaten hat jeder seine eigene Art. Wir verwenden eine Art Gemisch aus Sägespäne und Wasser das am warmen Kesselrand wie Beton abdichtet. Die richtige Temperatur muss erreicht werden, man wirft nicht nur einfach Holz in den Feuerkessel – nein – man zelebriert es.

Es hat schon fast den Eindruck das jeder Holzscheitel feierlich verabschiedet wird wenn man ihm dem Feuer übergibt! Und ganz ganz wichtig ist die Kühlung! Dort wo das destillierte dann zu dem „flüssigen Gold“ wird, man könnte sagen das Auspuffrohr welches gekühlt werden muss. Da hat jeder wieder sein eigenes Geheimnis, manche behaupten einfaches Leitungswasser vermindert die Qualität und verwenden kaltes Brunnenwasser oder gar ganze Eisbrocken um die Prozedur zu verfeinern!

Das wichtigste allerdings warum man auch die Nachbarn zur Hilfe ruft, ist die direkte Verköstigung beim Brenn-Vorgang! Frisch gebrannter Rakija hat so seinen Reiz aber auch seine Tücken, deshalb gibt es meist ein „Meze“ dazu! Meze??? Was ist das? Noch nie von gehört! Ja richtig, es fällt einem Makedonier oder sagen wir Balkaner schwer eine direkte 1:1 Übersetzung ins deutsche zu finden…

Rakija und Meze

Der selbst gebrannte Schnaps wird in Makedonien zelebriert, er wird nicht nur nach dem Essen einfach nur auf Ex herunter gekippt! Und wenn Du einem Makedonier sagst, du trinkst den Rakija nach dem Essen wirst Du wohl recht komische Blicke ernten. In Makedonien und dem Balkan allgemein wird der Schnaps VOR dem Essen oder sagen wir vor dem Hauptgang getrunken.

Das wichtigste dabei ist ohne Zweifel das „Meze“. Selbst wenn kein Hauptgang erfolgt und man sich Nachmittags zu einem Trinkgelage trifft wird immer ein Meze auf dem Tisch stehen.

Lesetipp:

Fünf Gründe warum man Mazedonische Rakija trinken sollte

Ein „Meze“ könnte man wie Vorspeise übersetzen, aber wie ich gerade sagte kann es auch passieren das es kein Essen nach dem Rakija trinken gibt. Also müsste man Meze als „Häppchen zum nicht auf nüchternen Magen trinken“ übersetzen. Das klingt natürlich komisch und kompliziert!

Aber um genau das geht es, der Schnaps ist deftig und wer Rakija auf Nüchternen Magen trinkt wird nicht lange stand halten! Nun, makedonische Trinkgelage ziehen sich normalerweise über Stunden. Da braucht man ohne Ausreden eine Grundlage im Magen, bei 50-60 Prozent Alkohol ist das wohl mehr als klar!

Auf den Salat kommt es an

Als Meze ist im Sommer hauptsächlich frischer Salat angesagt.Kraut, Gurken, Paprika, Tomaten in Stücke geschnitten meist mit je einem großem Stück Schafskäse serviert. Der frische Salat hat auch einen Nebeneffekt, saftige Gurken z.B. verdünnen den Alkohol im Magen. Es kommt also nicht nur darauf an das man etwas im Magen hat  – sondern, was man im Magen hat!

Es kann auch mal was „fleischiges“ dabei sein wie Salamirädchen oder Wurstscheiben, Speckstückchen oder ein kalter Braten von Gestern. Im Winter gibt es dann meist die traditionelle „Turshija“, dass ist eingelegtes Gemüse. In Makedonien sind eingelegte Sachen für den Winter Tradition und so kommen diese im Winter zum Rakija trinken auf den Tisch.

Bei der Turshija sind auch Gurken, Paprika, Kraut und Tomaten oft auch Möhren wie im Sommer Bestandteil, allerdings wie erwähnt sind diese eingelegt im Glas damit sie den Winter über haltbar sind.

Jetzt könnt Ihr auch verstehen warum ich schrieb, ein Trinkgelage dauert in Makedonien meist Stunden – bei all dem leckeren Zeug…mh…mh…mh….

SCHLAGWÖRTER:EssenGastronomieKafanaKulturMade in MacedoniaMezeRakijaTradition
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