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Šarplaninac – Der mazedonische Hirtenhund

Mazedonischer Hirtenhund Šarplaninac liegend mit Blick auf das Šar Gebirge

Es ist schon ein mächtiges Geschöpf, der Šarplaninac. Ein Hund so groß wie ein Löwe, und fast, sieht der mazedonische Hirtenhund mit seinem langem Fell beinahe auch wie ein Löwe aus. Benannt ist diese anerkannte Hunderasse nach dem „Šar Planina“ Gebirge im Nordwesten von Mazedonien.

Der Šarplaninac – treuer aber eigenwilliger Herden- und Schutzhund

Der Šarplaninac ist mit bis zu 65 Zentimeter Größe und stattliche 45 Kilogramm Gewicht ein durchaus mächtiger Hund. Langstockhaarig mit reichlich Unterwolle – was nicht nur uns an einen Löwen assoziiert.

Aber auch seine Charaktereigenschaften lassen einen Vergleich mit einem Löwen durchaus zu: Dominant, Eigenwillig, Arbeitsfreudig und Entscheidungen trifft er gern allein. Letzte Eigenschaft machen ihn besonders in der Arbeit mit einer Herde zu einem guten Begleiter. Aber auch seine Treue zeichnet ihn aus.

Das aber, macht es in der Erziehung aber nicht einfach. Das Herrchen muss schon Fingerspitzengefühl anwenden, besonders jenseits seines angestammten Aufgabengebiets, was heute mehr denn je der Fall ist. Der Hund war in seiner Heimat oft sehr lange Zeit mit seiner Herde allein und völlig auf sich gestellt. Dies führte eben dazu, dass der „Löwe“ recht eigenwillig ist und gewohnt ist, Entscheidungen selbst zu treffen.

Diese Umstände, bzw. Eigenschaften, führen auch dazu, dass der Šarplaninac auch als „gefährliche Hunderasse“ kategorisiert wird. So zum Beispiel im Schweizer Kanton Tessin, wo der Šarplaninac auf der Rasseliste der potentiell gefährlichen Hunderassen steht – die Haltung ist dort bewilligungspflichtig. Auch das dänische Hundegesetz führt den Šarplaninac auf seiner Rasseliste, was ein weitgehendes Verbot von Haltung, Zucht und Einfuhr bedingt.

Der Šarplaninac ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse aus Serbien und Mazedonien, und ist folgend eingeteilt: FCI-Gruppe 2, Sektion 2.2, Standard Nr. 41. Der Šarplaninec wurde 1995 vom United Kennel Club anerkannt und entwickelt sich in den USA und Kanada zu einer geschätzten Tierschutzrasse, in der er zur Bekämpfung von Raubtieren und zum Schutz großer Güter eingesetzt wird.

In der Kynologie, ist der Šarplaninac in der Hunderassen der Molosser kategorisiert. Die Bezeichnung Molosser, bezeichnet auch ein Volk, aus welchem die Mutter von Alexander den Großen stammte…

Das mazedonische Symbol – der Šarplaninec

Die Šarplaninec ist eine autochthone Rasse, die hauptsächlich in Mazedonien vorkommt. Oder, um es besser auszudrücken, Mazedonien ist die Wiege des Šarplaninec. Heute, wie früher, ist der mazedonische Schäferhund hier präsent und auf den Weiden und Bergmassiven des Landes am weitesten verbreitet (wie auf unserem „Haupt-Foto“ ganz oben zum Beitrag, aufgenommen im Šar Gebirge).

Als sein Heimatgebiet ist nicht nur der Namensgeber Šar Planina zu sehen, sondern auch die benachbarten Bergregionen wie Korab, Stogovo, Bistra, Deshat, Jablanica, Galicica und der Mavrovo Nationalpark, Pelister, Kozuv, Jakupica, Skopska Crna Gora und Karadzica als auch weitere.

Die Rasse wurde 1939 offiziell anerkannt und zuerst als „illyrischer Schäferhund“ registriert, ein Name, den sie mit ihrem kleineren nord-istrischen Verwandten, dem Kraševac, teilen musste.

1954 wurden sie dann getrennt und der Šarplaninec wurde offiziell zum „jugoslawischen Schäferhund“.

In Mazedonien gibt es eine Legende, dass dieser Hund ein Nachkomme von Wölfen ist, die von einem Jäger aufgezogen wurden. Der Šarplaninec ist ruhig und gutmütig, er möchte mit Menschen zusammen sein, aber er erkennt nur ein Herrchen an, welchem er treu gehorcht.

Die organisierte Zucht von Šarplaninci begann 1947 im mazedonischen Dorf Gari. In den 1960er Jahren nahm die Population dieser Hunde ab, und 1976 stand die Rasse kurz vor dem Aussterben.

Um dieser Tragödie zu entgehen, wurde der Korab-Zwinger eingerichtet, in dem alle Bedingungen für die Zucht dieser heimischen Hunde geschaffen wurden. Dort werden immer noch die „reinsten Šarplaninci“ aufgezogen.

Hunde dieser Rasse sind sehr langlebig und können auch extremer Hitze als auch Kälte trotzen, sie haben auch kein Problem im Schnee zu schlafen – davon gibt es auf dem Šar Gebirge jede Menge!

Der Kopf, die Ohren und die Vorderseite der Pfoten sind mit kurzen Haar bedeckt, und der Nacken, der Rücken, die Rückseite der Pfoten und der Schwanz sind lang. Alle Farbtöne von Weiß bis Dunkelbraun sind vertreten. Die grünlich-grauen und dunkelgrauen Varianten werden irgendwie jedoch am meisten geschätzt.

Dieser sehr starke, mit extrem starken Zähnen bewaffnete Schäferhund hat ungewöhnlichen Mut und ist ein furchtloser Gegner der Wölfe.

Eine der interessanten Merkmale des Šarplaninec sind eben seine ungewöhnlich großen Zähne, die ihn von den meisten Hunden unterscheiden und so sein hohes Ursprungsalter weiter belegen. Der Šarplaninec ist stark in den Beinen und muskulös. Er hat ein sehr reichhaltiges und dichtes Fell, wodurch er „vollständig wetterfest“ und für ein Leben im Freien geeignet ist, das haben wir ja schon eben erwähnt.

Der Šarplaninec – Ein Ur-Molosser an Seiten Alexander den Großen?

Der Šarplaninec wird auch gern als „eine alte Rasse aus der Antike“ bezeichnet, die von vielen als einer der ältesten Molosser überhaupt angesehen wird. Der Šarplaninec ist ein enger Verwandter aller Balkanhunde, von Slowenien bis Griechenland, sowie kaukasischer, türkischer und zentralasiatischer Schäferhunde.

Nicht wenige glauben auch, dass ein Šarplaninec der berühmte Palast Hund von Alexander der Große gewesen war. Laut historischen Aufzeichnungen trug dieser „lieblings-Hund“ den Namen Peritas.

Trotz der spärlichen Überlieferungen, ranken sich etliche Legenden über Peritas. Wobei, über den historische Peritas ist außer einer zu seinen Ehren benannten Stadt nicht viel bekannt oder direkt überliefert.

Peritas Tod soll jedoch (typisch makedonisch) „ehrwürdig gewesen sein“. Ähnlich wie Alexanders Pferd Bukephal, erhielt Peritas so eine zu seinen Ehren benannte Stadt mit einem Denkmal für seinen Ruhm auf dem zentralen Platz.

Laut dem antiken Geschichtsschreiber Plutarch, nachdem er sich an die Geschichte von Bukephal erinnert hatte, heißt es auch, dass er, „als er einen Hund namens Peritas verlor, der von ihm aufgezogen wurde und von ihm geliebt wurde, eine Stadt gründete und der Stadt den Namen seines Hundes gab“.

Die Stadt befand sich wahrscheinlich irgendwo in Indien, vielleicht nicht weit von der nach Bukephal benannten Stadt entfernt, da beide Städte die Kriegsbeute für Alexander gewesen wären, nachdem die Makedonen und Alexander König Porus in der Schlacht der Hydaspes besiegt hatten.

Plinius (ein römischer Gelehrter) zufolge war es vielleicht sein Onkel Alexander der Molosser, König von Epirus, der Alexander entzückte, indem er ihm einen Hund schenkte, der sowohl einen Löwen als auch einen Elefanten angegriffen und geschlagen hatte.

Man liest auch über die Geschichte von Alexander, der Sophytes trifft, einen Herrscher eines Gebiets, das wahrscheinlich um Jech Doab im Punjab (Indien) lag.

Sophytes schenkte demnach Alexander 150 Hunde, die für ihre furchterregende Stärke und ihren Mut bekannt waren. Sophytes wollte ihre Stärke testen und ließ einen Löwen gegen zwei der schwächsten Hunde kämpfen. Er ließ zwei weitere Hunde frei, um zu helfen, sobald die beiden Schwachen im Nachteil zu sein schienen.

Die vier Hunde schlugen sich gut gegen den Löwen, als Sophytes einen Mann mit einem Krummsäbel schickte, um in ein Bein eines der Hunde zu hacken (um wieder ein Gleichgewicht herzustellen).

Alexander soll demnach heftig protestiert haben und die Wachen nahmen dem Mann die Klinge weg, bis Sophytes Alexander drei Hunde für diesen einen anbot.

Eine weitere Geschichte über den Hund von dem Makedonenkönig Alexander handelt davon, dass er in der Schlacht von Gaugamela gegen den persischen König Darius III. auf die Lippe eines Elefanten biss, was letztendlich zum Tod des Hundes führte.

Ein andere Geschichte oder Legende besagt, als Alexander hinter mallianischen Befestigungen gefangen war, hörte Leonnatus Peritas hinter sich heulen. Während er noch kämpfte, forderte Leonnatus Peritas auf, zu Alexander zu rennen. und Peritas griff die Mallianer an, die Alexander gerade mit einem Speer verwundet hatten. Dies ermöglichte es den Truppen, Alexander rechtzeitig zu retten. Bei der Rettung von Alexander war Peritas auch von einem Speer verwundet worden, der auf dem Schoß seines Herrn starb.

QUELLE: Makedonien.mk