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Makedonien.mk > Blog > Diaspora > Maika Makovski: Von Mallorca nach Mazedonien
DiasporaMusik

Maika Makovski: Von Mallorca nach Mazedonien

Veröffentlicht 20. Oktober 2017
1.1K Ansichten
4 Min Lesezeit
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Als Kind habe sie ihren Nachnamen immer im Telefonbuch gesucht, aber nie gefunden, hat Maika Makovski einmal erzählt. Erst als sie nach Mazedonien reiste, die Heimat ihres Vaters, fand sie ihn auf einem Grabstein. Das habe sie sehr glücklich gemacht.

Vier Jahre hatte die mallorquinische Sängerin kein Album mehr veröffentlicht, bis 2016 „Chinook Wind“ herauskam. Es erzählt in zehn Songs eine persönliche Reise, die die 34-Jährige zunächst an den Balkan führte. „Zuvor war ich nur einmal eine Woche dort gewesen, mit 19. Auf dieser Reise habe ich nun eine Hälfte von mir wiedergefunden, von der ich nicht wusste, dass sie mir gefehlt hat“, sagt sie in einem Telefoninterview mit der MZ.

Wie intensiv dieses Gefühl gewesen sein muss, hört man besonders im letzten Song des Albums, „Makedonija“, heraus. Ein mit breiten Streichern und fast brüchiger Percussion unterlegtes Lied, das besonders im Refrain wie eine optimierte Version von Lana Del Rey klingt. Im dazugehörigen Video sieht man übrigens auch den Maikovski-Grabstein. „In gewisser Weise habe ich in Mazedonien eine neue Heimat gefunden“, sagt die Sängerin, die zurzeit in Madrid eine Wohnung mietet, dort aber nur zwischen den Tourneen einkehrt – um abgestorbene Pflanzen zu entfernen, wie sie scherzt. „Ansonsten fühle ich mich als ein Kind des Mittelmeeres.“

Makovski ist in Marratxí aufgewachsen, später in Palma. Ihre Mutter ist Andalusierin. Mit zwölf schrieb sie erste eigene Songs, mit 14 stand sie auf der Bühne. Als sie 20 war, mittlerweile lebte sie nach einigen Reisen in Barcelona, veröffentlichte sie ihr erstes Album „Kradiaw“. Seither sind noch weitere sechs von der Kritik zumeist gelobte Alben hinzugekommen. Und sie ist mit altgedienten Rockmusikern auf Tour durch Europa und die USA gegangen: Howe Gelb, The Dubliners, The Jayhawks.

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Nun kehrte sie nach Mallorca zurück. „Es ist zwei Jahre her, dass ich hier das letzte Konzert ­gespielt habe.“ Dass das Teatre Principal sie engagiert hat, freue sie besonders. Makovski will nicht mehr in ungelüfteten Kellerclubs spielen, die nach abgestandenem Joint riechen. „Ich habe mich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Ich will nicht mehr unnötig Energie verschwenden.“

Das merkt man auch ihrer Musik an. Das Album ist entschlackter als ihre früheren ­Arbeiten. „Ich habe den Rock’n’Roll aber immer noch im Blut“, sagt Makovski, als ob sie Angst hätte, zu verweichlicht zu wirken. Sie steht auch immer noch mit der E-Gitarre auf der Bühne. Nun allerdings begleitet sie ein Quartett aus Streichern und Horn.

Das nächste große Projekt plant sie mit zwei älteren Damen. „Ich möchte die Musik, mit der meine andalusische Oma Carmen aufgewachsen ist, mit jener meiner mazedonischen Oma Menka verbinden. Das Projekt heißt Carmenka“, sagt sie. Sie will dafür Musiker aus beiden Kulturräumen gewinnen. Im Sommer möchte sie zudem einen Monat in ihrer neuen Heimat verbringen, auch um die Sprache besser zu lernen.

Maika Makovski Diskographie:

  • Kradiaw (2005)
  • Kraj so Koferot (2007)
  • Maika Makovski (2010)
  • Desaparecer (2011)
  • Thank You for the Boots (2012)
  • Live – Apolo! (2015)
  • Chinook Wind (2016)

Auf Dauer werde sie nicht in Madrid bleiben, sagt sie. Dennoch, sie genießt die Möglichkeiten, die die Hauptstadt bietet, wenn sie denn mal da ist. Sie ­entdeckt dann abgefahrene Künstler wie die Band Forastero oder den Sänger Cabezafuego.

„Ich bin hier schon auf mehr Konzerte gegangen als in sechs Jahren Barcelona. Und ich lerne unglaublich viel von anderen Musikern, sowohl von dem, was sie richtig, als auch von dem, was sie falsch machen.“

SCHLAGWÖRTER:AuslandsmazedonierClipMusicbox
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