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Top 5 der Mazedonischen Old School Filme

..findet Ihr hier eingebettet via YouTube in voller Länge!

Diese mazedonische Filmklassiker müsst Ihr gesehen haben!“ lautete unser erster Beitrag in Bezug auf Filme aus Mazedonien. Dort haben wir Euch einige sehenswerte Filme der neueren Zeit vorgestellt. Heute dagegen lautet unser Motto: „Top 5 der Mazedonischen Old School Filme“. Man könnte vielleicht auch alternativ sagen, die besten fünf „patriotischen Filme!“…

Auch wenn diese Filme alle über unterschiedliche Stories oder auch wahre Begebenheiten in unterschiedliche Epochen handeln, alle Streifen haben eines gemein: Sie zeigen den jahrelangen Drang der Mazedonier nach Anerkennung, Frieden und Freiheit.

Vorhang auf:

Blutige Mazedonische Hochzeit – 1967

Wenn man schon eine solche Liste der „besten mazedonischen Old School Filme“ zusammenstellt, steht es eigentlich außer Frage welcher Film, oder besser gesagt, welche Geschichte hier an erster Stelle zu stehen hat.

Die Blutige Mazedonische Hochzeit ist ein Spiegelbild der mazedonischen Geschichte, eine Kurzfassung, eine Abhandlung – über Freude und Leid. Über Liebe und Hass. Über Unterdrücker und Unterdrückte.

Der Film wurde 1967 vom mazedonischen Regisseur Trajče Popov inszeniert. Das Drehbuch wurde von Slavko Janevski geschrieben und basiert auf dem gleichnamigen Stück des Dramatikers Vojdan Černodrinski aus dem Jahr 1900.

Die Handlung erzählt die Geschichte einer jungen hübschen mazedonischen Frau Cveta, die von einem türkischen Bey in Mazedonien, während der Herrschaft des Osmanischen Reiches, entführt wird. Es folgt ihr Widerstand gegen die Zwangskonvertierung zum Islam und den Verzicht auf ihre nationale Identität sowie der Aufstand der Einheimischen gegen die Osmanen. Die Geschichte ist eigentlich fiktiv, beruht aber trotzdem auf dem tagtäglichen Leid der einfachen mazedonischen Bevölkerung.

Handlung: Der Bey versucht einen türkischen Mann zu verfolgen und will ihn für seine fortschrittlichen Ideen bestrafen. Ein mazedonischer Dorfbewohner, Spase der Hirte, hilft dem Mann bei der Flucht, was den Bey anschließend auf die Felder bringt, auf denen die Dorfbewohner ihre Arbeit verrichten. Unter den arbeitenden Dorfbewohnern ist Cveta anwesend, die sich mit ihrer Schönheit von der Masse abhebt. Der Bey entführt das Mädchen und bringt sie zusammen mit den anderen Frauen, die Teil seines Harems sind, zu seinem Saray (Residenz).

In seiner Residenz wird Cveta unter Druck gesetzt, ihre Religion zu ändern, auf ihre Familie zu verzichten, die osmanische Kultur und Werte zu übernehmen und schließlich eine der vielen unterwürfigen Frauen des Bey zu werden. Um sie für sich zu gewinnen, verspricht der Bey ihr Glück und ein leichtes Leben – was unter den damaligen Umständen im osmanisch besetzten Makedonien durchaus lukrativ erschien. Als die anderen Dorfbewohner von den gewalttätigen Handlungen des Bey erfahren, versammeln sie sich vor seinem Haus. Angeführt von einem Priester und Spase (Cvetas Liebesinteresse) fordern sie, dass Cveta befreit wird. Da ihr Versuch nicht erfolgreich ist, bringen sie den Fall vor Gericht. Diplomatische Anwälte aus Bitola werden in den Fall verwickelt und entscheiden schlussendlich, dass Cveta zu ihrer Familie zurückkehren darf.

Als sie wieder frei ist, beschließt sie, Spase zu heiraten und sie bereiten sich auf ihre Hochzeit im fiktiven Dorf Stradalovo vor. Während der Feierlichkeiten kommt der Bey jedoch mit seinen Soldaten zusammen, um dies zu verhindern. Er steht Spase gegenüber und versucht ihn zu erschießen, weil er „seine Frau“ gestohlen hat. Cveta wirft sich schützend vor Spase und die Kugel tötet sie auf der Stelle. Wütend und mit gebrochenem Herzen erheben sich alle Dorfbewohner in einem hitzigen bewaffneten Konflikt mit vielen Opfern gegen die Türken. Spase und der Bey kämpfen gegeneinander, und Spase tötet den Bey und flieht. Danach will er sich den mazedonischen Freiheitskämpfern anschließen und gegen die osmanische Herrschaft in der Region kämpfen. Der Film endet damit das die Dorfbewohner um Cveta trauern und sie bestatten.

Die Blutige Mazedonische Hochzeit ist eine Verfilmung des gleichnamigen Stücks von Vojdan Černodrinski, das erstmals 1900 veröffentlicht wurde. Dieses Buch ist eines der wichtigsten Werke der mazedonischen Literatur.

Als solches ist sowohl das ursprüngliche Stück als auch das Hauptthema des Films das unerträgliche Leben der mazedonischen Bevölkerung. Die „Blutige Mazedonische Hochzeit“ war Popovs Regiedebüt.

Die Dreharbeiten fanden in mehreren Städten der damaligen Sozialistischen Republik Mazedonien statt, darunter die Städte Bitola, Tetovo sowie die Studios der Produktionsfirma in der Metropole Skopje. Der Film wurde Anfang Juni 1968 in Ohrid am gleichnamigen Ohridsee Uraufgeführt. Die Musikpartitur für den Film wurde vom Komponisten Kiril Makedonski geschrieben und von der slowenischen Philharmonie eingespielt.

Nach der Filmvorführung auf den Filmfestspielen in Pula (Kroatien) im Jahr 1968 erhielt Nikola Lazarevski die Auszeichnung „Goldene Arena“ für das beste Produktionsdesign. Im folgenden Jahr erhielt der Film eine goldene Auszeichnung mit Lenins Gesicht, um den Erfolg des Films in der Sowjetunion zu würdigen.

Die Stars: Kole Angelovski, Vera Čukić, Zvezda Angelovska, Dragomir Felba, Zafir Hadžimanov, Dragi Kostovski, Petre Prilčko, Risto Šiškov…

Republikata vo Plamen – 1969

In der gleichen Epoche, als Mazedonien von den Osmanen besetzt war, spielt auch der folgende Klassiker der mazedonischen Filme. Republikata vo Plamen oder „Die Republik in Flammen“ ist ein Film von Ljubiša Georgievski und Jovan Boškovski. Der Herausgeber war Vangel Čemchev, die Musik wurde von Toma Prošev komponiert. Der Film zeigt wahre Geschehnisse als auch Charaktere während des Ilinden Aufstandes.

Handlung: Am 2. August 1903, am Tag des heiligen Ilija (Elija), brach in Mazedonien der Ilinden-Aufstand aus. Es war eine Reaktion auf Jahrhunderte der Sklaverei und den Terror, dem das mazedonische Volk unter den Türken ausgesetzt war.

Der Ilinden-Aufstand gipfelte in der Gründung der Republik Kruševo, die allerdings nur ganze zehn Tage dauerte. Zu dieser Zeit, als Makedonien vom osmanischen Reich und von Monarchien umgeben war, die einzige Republik auf dem Balkan. Um den Zweck und die Absichten des Aufstands zu manifestieren, schreibt Nikola Karev, der Präsident der Republik Kruševo, das Manifest der Republik Kruševo, das nach den darin vorgestellten fortschrittlichen Ideen einer Multiethnischen Gemeinschaft der Zeit weit voraus war.

Unmittelbar nach dem Beginn des Aufstands, der sich in den meisten Teilen Mazedoniens ausbreiten sollte, wurde klar, dass der Aufstand ohne vollständige Vorbereitung begonnen wurde. Eine große türkische Armee greift die befreite Stadt Kruševo an. Die Rebellen verlassen die Stadt. Nur die Einheit von Vojvode Pitu Guli ist noch übrig.

Er ist jedoch entschlossen, ein Beispiel dafür zu geben, wie man sein Volk liebt und wie man für seine Freiheit kämpft und stirbt. Ihr heldenhafter Tod auf der Anhöhe Mečkin Kamen wurde sogar von den Feinden mit Respekt begegnet.

Die Premiere des Filmepos über den Ilinden Aufstand fand 1969 statt.

Cast: Dragi Kostovski, Ilija Milčin, Ilija Džuvalekovski, Petre Prilčko, Irena Prosen…

Die Peitschen der Tyrannen – 1958

Eigentlich kennt fast jeder Mazedonier diesen Filmklassiker. Jedoch zumeist in der mazedonischen Originalfassung. In jener trägt der Film auf Mazedonisch den Titel „Mis Ston“, (Miss Stone).

Dies ist auch einer der (wenigen) mazedonischen Filme der in eine Deutsche Fassung übersetzt und veröffentlicht wurde. Jedoch mit einem anderen Titel, und diesen habt Ihr gerade eben in der Überschrift gelesen. Peitschen der Tyrannen nannte man die Deutsche Fassung, der Film wurde ursprünglich von Vardar-Film schon im Jahr 1958 veröffentlicht. Der Film beruht auf eine wahre Geschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Hintergrund ist die „Miss Stone Affäre“. Als die Miss Stone-Affäre wird die Entführung der amerikanischen protestantischen Missionarin Ellen Maria Stone und ihrer schwangeren Missionarin und Freundin Katerina Cilka (eine Bulgarin aus Bansko) durch die Interne Makedonische Revolutionäre Organisation (IMRO/VMRO) bezeichnet.

Eines der Hauptprobleme der Internen Makedonischen Revolutionären Organisation (nicht nur) im Jahr 1901 war der Mangel an Ressourcen für die Bewaffnung der Aufständischen Mazedonier. Das Ziel der Entführung der prominenten Missionarin Miss Stone war somit, ein hohes Lösegeld zu erzwingen.

Die Affäre endete nach intensiven Verhandlungen Anfang 1902, ein halbes Jahr nach der Entführung der Miss Stone. Die IMRO erhielt am 18. Januar 1902 in Bansko ein Lösegeld von 14.000 türkischen Goldlira. Die Geiseln wurden am 2. Februar in der Nähe von Strumica freigelassen. Diese wahre Affäre ist die Handlung des Films.

Folgend die originale Beschreibung zu der Deutschen Fassung des Films:

Zur Zeit des mazedonischen Freiheitskampfes gegen die Türken um 1900 erleben zwei im Gebirge festgehaltene Damen den Opfermut der einen und die Grausamkeit der anderen Seite. Im Jahr 1901 versuchen mazedonische Freiheitskämpfer die türkischen Besatzer aus ihrem Land zu vertreiben. Doch die Organisation des Kampfes zerrt an ihren finanziellen Mitteln, und so entführen sie die amerikanische Missionarin Ellen Stone und deren schwangere Freundin. Doch Ellen Stone weigert sich, die Lösegeldforderung zu unterzeichnen. Nachdem sie jedoch mehrere Auseinandersetzungen mit den brutalen türkischen Besatzern miterlebt, beginnt sie den Freiheitswillen der Mazedonier zu verstehen und respektieren.

Patriotisches Geschichtsabenteuer von Freiheitsrebellen in Mazedonien, buntschillernd und in wunderprächtigen Landschaften gefilmt. Ein Pathos auf alle sich der Unterdrückung auflehnenden Völker.

Die Schauspieler in der Verfilmung der Affäre: Nikola Avtovski, Damevski Darko, Dragi Kostovski, Vladimir Medar, Milčin Ilija, Todor Nikolovski, Očokoljič Dragan, Prličko Petre, Dragi Krstevski – Amfi, Olga Spiridonovič…

Crno seme – 1971

Ein weiterer mazedonischer Filmklassiker den man gesehen haben sollte ist Crno Seme (Schwarzer Samen) von Taško Georgievski, unter der Regie von Kiril Cenevski. Dieser Film handelt in der Nachkriegszeit, besser gesagt, in den Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg bevor der griechische Bürgerkrieg ausbrach.

Der Film wurde 1971 mit einer Dauer von 89 Minuten in Breitbildtechnik gedreht und von Vardar Film Skopje produziert.

Für den Schauspieler Damevski ist dieser Film besonders wichtig, da er für seine Hauptrolle die Goldene Arena für den besten Schauspieler beim Festival in Pula gewonnen hat, als auch viele weitere Auszeichnungen. Der Film selbst hat ebenfalls zahlreiche Preise errungen, darunter den Golden Arena Award für den besten Regisseur und den besten Schauspieler, den Goldenen Kranz für den besten Debütpreis, ebenfalls beim Festival in Pula.

Handlung: Während des griechischen Bürgerkriegs 1946 wurden Mitglieder der königlichen griechischen Armee, zu denen auch ethnische Mazedonier aus Ägäis Makedonien (heutiges Nordgriechenland) gehörten, bestraft, indem sie in ein Lager auf einer einsamen Insel inhaftiert wurden. Weil sie Kommunisten und somit Feinde des königlichen Griechenlands waren.

Aufgrund ihres Glaubens und ihres ethnischen Hintergrunds überwinden einige von ihnen alle Schwierigkeiten und bewahren gleichzeitig ihre Menschenwürde. Andere scheitern und erleben anstelle der erwarteten Freiheit einen völligen moralischen Niedergang.

Zentrale Figuren der Handlung sind Andon Sovičanov, Paris und Hristos, die jeweils für sich eine individuelle Komplexität ihres eigenen Charakters darstellen, die durch die Leiden, die sie durchmachen, sichtbar wird und die die verschiedenen Dimensionen des menschlichen Widerstands kennzeichnet.

Das Drama beginnt mit der Beschlagnahme der Waffen der Mazedonier aus Ägäis Makedonien, Mitgliedern der königlichen Armee, und ihrer Deportation. Zunächst in ein Militärgefängnis, wo sie verhört und dann unter schwierigen und harten Bedingungen auf ein Schiff verladen werden. Sie werden zu einer Wüste und einer felsigen Insel gebracht. Es gibt kein Wasser auf der Insel, daher ist das Anbieten und Bestechen mit Wasser eine der Methoden, um die Würde der durstigen Gefangenen zu verletzen und zu zerstören. Und auch sie dazu zu bringen, eine Erklärung der Loyalität gegenüber dem griechischen König zu unterzeichnen – mit der Bereitschaft, die kommunistische Organisation aufzugeben.

Die Repressalien werden mit ständigen Folterungen, Schlägen und Exekutionen gegen jeden fortgesetzt, der sich in irgendeiner Weise widersetzt oder ungehorsam ist. Am griechischen Unabhängigkeitstag werden die Gefangenen aufgefordert, das Lied der Unabhängigkeit zu singen. Die Gefangenen weigern sich, gefolgt von Chaos und Rebellion.

Andon Sovičanov spuckt den Kommandanten an und beginnt in einem Moment der Überraschung durch das Chaos auf der Insel zu fliehen, der Kommandant selbst verfolgt ihn. Das ist gleichzeitig das Ende des Films…

Szenen des Films sind auch Teil des Musikvideos „Zemja“ der bekannten mazedonischen Band Mizar.

Cast: Darko Damevski, Aco Jovanovski, Risto Šiškov, Pavle Vuisić, Voja Mirić, Mite Grozdanov, Nenad Milosavljević…

Cenata na Gradot – 1970

Ein eher unbekannter Vertreter der mazedonischen Filme, jedoch mit internationaler Besetzung, ist Cenata na Gradot aus dem Jahr 1970. Das Kriegsdrama wurde von Ljubiša Georgievski inszeniert und das Drehbuch von Simon Drakul verfasst.

Und wahrlich, allein schon die „paar Sekunden“ zu Beginn des Filmes – eine schwarz-weiß Aufnahme von der Uferpassage und der Altstadt von Ohrid – ist eigentlich schon den ganzen Film wert. Wenn der Film auch 1970 gedreht wurde, nicht nur die Anfangsszene ist in Schwarz-Weiß gehalten. Ebenso sind im Verlauf des Films tolle Szenen aus der Altstadt von Ohrid und vom Ohridsee zu sehen, da der Film dort gedreht wurde.

Die fiktive Handlung von „Cenata na Gradot“ (Der Preis der Stadt) spielt sich im zweiten Weltkrieg ab.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs war „eine Stadt in Mazedonien“ unter deutscher Besatzung. In diesen letzten Besatzungstagen befreien die Einwohner gefangene russische und italienische Soldaten. Der deutsche Befehlshaber fordert die Bürger auf, die nun befreiten Gefangenen zu übergeben. Falls nicht, droht er die Stadt „in Schutt und Asche zu legen“.

Aber die Liebe die der Kommandant für die attraktive Schülerin Elena empfindet, hindert ihn daran, das Verbrechen zu begehen. Er denkt sich einen Deal aus und fordert das Mädchen als Lösegeld für die Stadt. Elenas Vater, ein Priester, opfert seine Tochter und sie soll den Deutschen heiraten. Dann das Drama: Die Partisanen stürmen die Stadt und töten das Brautpaar im deutschen Hauptquartier, als Elena zum ersten Mal Sympathie für den deutschen Kommandanten zeigt…

Die Rolle der hübschen Elena spielte die Rumänin Silvia Badescu.

Stars: Silvia Badescu, Aco Jovanovski, Aco Stefanovski, Dragi Kostovski, Petar Stojkovski-Babec, Dragomir Felba…

Mehr mazedonische Filme gibt es bestimmt wieder bald…

QUELLE: Makedonien.mk