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Das Mazedonische Kreuz

Wusstet Ihr, dass Mazedonien sein eigenes Kreuz hat? Das so genannte Mazedonische Kreuz! Nein? Dann seid Ihr hier genau richtig, denn folgend erzählen wir Euch mehr über dieses christliche Symbol welches ausschließlich in Mazedonien zu finden ist.

Das mazedonische Kreuz ist eine Variation des christlichen Kreuzes, das hauptsächlich mit Mazedonien in Verbindung gebracht wird und ein offizielles Symbol der mazedonisch-orthodoxen Kirche ist.

Dieses Symbol ist eigentlich ein üppiges zweiteiliges Geflecht mit der Darstellung eines verzierten kreuzförmigen Ornaments. Da dieses Kreuz ein offizielles Symbol der Mazedonisch-Orthodoxe Kirche – Erzbistum Ohrid (MPC-OA) ist, wird es auch auf dem Wappen der mazedonischen Kirche dargestellt. Die Bordüre des Mantels im Wappen ist mit 33 Darstellungen dieses speziellen Kreuzes verziert. Dieses Kreuz ist auch das Hauptsymbol der Thronmedaille des Heiligen Mazedonischen Kreuzes.

Das mazedonische Kreuz wurde an einer Wand der Hauptklosterkirche Hl. Mutter Gottes Eleusa (Barmherzige) im Kloster Veljusa entdeckt. Deshalb wird das Kreuz auch als Veljusa Kreuz (Вељушки крст, Veljuški krst) oder Strumica Kreuz bezeichnet. Die Kirche wurde im elften Jahrhundert erbaut. Der Gründer des Klosters war Manuel, der damalige Bischof von Strumica.

Unbekannter Meister kreierte das Mazedonische Kreuz

Ein unbekannter Meister kreierte das Kreuz an der Fassade aus kleinen roten Ziegeln, so dass es einem Quadrat nachempfunden ist, dessen vier Seiten die Grundlage bilden, auf der ein Kreuz mit gleich langen Seiten entsteht.

Dieses Kreuz ist das erste christliche Symbol Mazedoniens, das als Mazedonisches Kreuz internationale Anerkennung erfuhr. Die Bestätigung kam durch phaleristische Organisationen aus mehreren Ländern. Hauptsächlich nach der Darstellung des Kreuzes auf Medaillen, mit denen das MPC prominente Persönlichkeiten auszeichnete.

Die phaleristischen Organisationen, die sich mit dem Studium von Dekorationen befassten, akzeptierten ohne Einwände, dass das ursprüngliche Kreuz somit als Mazedonisches Kreuz bezeichnet wurde.

Anfangs war dieses Kreuz ein “lokales Symbol” für das Kloster selbst und die Diözese Strumica. Später wurde es immer mehr von der Kirche verwendet und wurde zu einem allgemeinen Symbol der obersten Kirche in Mazedonien.

Viele Länder mit überwiegend christlichem Glauben haben eigene spezielle Kreuze, die nach einem Land oder einer Stadt benannt sind. Das sind zum Beispiel das russische Kreuz, das griechische Kreuz, das römische Kreuz, das Jerusalemkreuz. Das mazedonische Kreuz fand seinen Platz in der christlichen Welt. Genießt aber nicht so eine Popularität wie die davor genannten Kreuze.

Es ist bekannt, dass die Kirche der Allerheiligsten Muttergottes Eleusa im Jahr 1085 erbaut wurde und dass ihr Gründer Manuel, der damalige Bischof von Tiveropol war.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts schrieb der mazedonische Revolutionär und Lehrer Georgi Trajchev aus Prilep die lokalen Legenden auf, wonach das Kloster von den Schülern von Kyrill und Methodius gegründet wurde. Methodius selbst habe zehn Jahre lang im Tal von Bela Reka gepredigt.

Auf einer Marmortafel über der Eingangstür befindet sich eine Inschrift mit der Aufschrift: „Dieser Tempel der Allerheiligsten Muttergottes, des Mönchs Manuel, der Bischof von Tiveropol wurde, wurde vollständig restauriert”.

Bild: Das Mazedonische Kreuz ist auch im Kloster Vodoča zu erkunden

Im Jahr 1088 kreierte ein unbekannter Meister mit kleinen roten Ziegeln das Kreuz an der Fassade der Kirche auf einem quadratischen Sockel.

In Mazedonien ist Ornamentik häufig zur ästhetischen Dekoration in mazedonischen Kirchen, Kirchenbüchern und dergleichen vorhanden. Es sind rhythmische Kompositionen aus linear-geometrischen Bildern oder Motiven aus der Natur. Dieser Stil, der sich in den mazedonischen Kirchenzentren entwickelt, unterscheidet sich von der Kunst, die sich in der bulgarischen, serbischen oder russischen Schule entwickelte.

Klosterkirche Mutter Gottes Eleusa (Barmherzige) in Veljusa

Das Kloster, welches im mazedonischen “Sveta Bogorodica Eleusa (Milostiva)” heißt, befindet sich im Dorf Veljusa, etwa 7 km westlich von Strumica entfernt. Die Kirche ist auf einem Kalksteinfelsen erbaut. Das Kloster wurde aus eigenen Mitteln des Mönchs Manuel gegründet, der später Bischof von Strumica wurde.

Über dem malerischen Dorf erbaut, strahlt das Kloster besondere Schönheit, Brillanz und unschätzbare Heiligkeit aus.

Laut der reichen historischen Dokumentation, die für dieses Kloster aufbewahrt wird (im Kloster Iviron auf dem Berg Athos), nimmt diese Kirche einen der wichtigsten Orte in der Kirchen- und Kulturgeschichte Mazedoniens ein.

Kloster Veljusa

Laut den erhaltenen Aufzeichnungen der beiden Architrave, die von den bulgarischen Behörden während des Ersten Weltkriegs in das Archäologische Museum von Sofia verschleppt wurden, wurde die Kirche an den Nordhängen des Elenica-Berges von einem unbekannten Mönch auf einer Felsklippe errichtet.

Später vollendete Bischof Manuel von Strumica in den 1080er Jahren den Bau und gründete dann etwas später das Kloster. Er kam aus dem chalcedonischen Kloster Hl. Auxentius aus der kleinasiatischen Region Vitina nach Veljusa. Aus den genannten Quellen erfahren wir, dass das Kloster Hl. Mutter Gottes Eleusa (Barmherzige) über dem ehemaligen Dorf Paleokastro im byzantinischen Thema Strumica erbaut wurde.

Das Kloster wird auch in den Briefen des byzantinischen Kaisers Alexius I. Komnenos im Jahr 1085 erwähnt. Im Jahre 1091 oder 1094 wurde diese Klosterkirche sogar persönlich von Kaiser Alexius I. Komnenos besucht, der in schriftlichen Quellen eine starke Bewunderung für seine Schönheit zum Ausdruck brachte. Es wird im Typikon des Klosters erwähnt, das der Gründer Manuel zwischen 1085-1100 verfasste. In mehreren Dokumenten des byzantinischen Kaisers Manuel I. Komnenus in der Praktik von 1152, und in zwei Dekreten des serbischen Zaren Stefan Dušan von 1346, die dem Kloster Iviron übergeben wurden.

Die Freskenmalerei der Kirche wurde in drei Zeiträumen wie folgt ausgeführt: im Altar, im Kuppelraum im Kirchenschiff und an den Wänden, den Konkaven und der Kapelle, im Jahr 1085. In der Vorhalle von 1164, und im Kirchenschiff im 19. Jahrhundert mit einigen Malereien von lokalen Malern.

Das Freskenensemble in der Kirche hat ikonografische Symbolinhalte und Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament: Liturgischer Gottesdienst der Heiligen Hierarchen mit der Hetoimasia (Opfer Christi) und der Muttergottes mit Jesus Christus auf einem Thron sitzend. Im zentralen Kuppelraum ist Jesus Christus der Allmächtige gemalt (siehe Bild). Während sich darunter an den Wänden der Trommel (Tambour) folgende Darstellungen befinden: Die Allerheiligste Mutter Gottes Shirshaja, Hl. Johannes der Täufer, zwei Erzengel, vier Propheten (Hiskia, Habakuk, Jeremia und David).

In der nördlichen Konkave ist der Abstieg von Jesus Christus in die Hölle und die Versammlung des Herrn ist in der südlichen Konkave abgebildet. In der südlichen Kapelle in der Kuppel wird durch Jesus Christus der Erbauer Manuel dargestellt, an der Ostwand Jesus Christus in Herrlichkeit und das Porträt des heiligen Panteleimon an der Westwand.

An der Südfassade unter der Veranda befindet sich die Komposition vom Hl. Onophrios in der Wüste, und die vom Mönch Hl. Paphnutius. Stilistisch und künstlerisch stehen diese Szenen und Motive den Fresken in Nerezi aus dem Jahr 1164 nahe. Über die Kirche in Nerezi sagt man, dass sie der Vorreiter der Renaissance sei, noch vor den Malereien in Venedig!

Im Kirchenschiff ist die Altarwand aus Marmor mit stilisierten Pflanzen und geometrischen Motiven in flachem Relief erhalten. Das Bodenmosaik hat geometrische Motive und folgt den Fundamenten der Konkaven im Mittelteil des Kirchenschiffs, des Langhauses und der Südkapelle.

Der Bau des Veljusa Klosters ist charakteristisch für den sehr prätentiösen Wunsch des Gründers: Nicht mit den Dimensionen, sondern vor allem mit den künstlerischen Werten und der üppigen Schatzkammer kostbarer Kunstwerke alle bestehenden künstlerischen Errungenschaften der Kirchen in der Strumica-Umgebung in den Schatten zu stellen.

An einer der Wände der Kirche befindet sich die Darstellung des mazedonischen Kreuzes, wie Ihr auf dem letzten Bild sehen könnt.