Philipp II von Makedonien ist kein Grieche – Arte Doku

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Alexander der Große Doku

Die Dokureihe „Im Lauf der Zeit“ widmet sich auch der makedonischen Geschichte. In der Dritten Folge der ersten Staffel handelt die Serie des französischen Fernsehsenders Arte vom Makedonenkönig Alexander der Große. Unter anderen wird Alexanders Vater, Philipp II von Makedonien sowie die Makedonen, als „Nicht-Griechen“ bezeichnet.

Die Sendung „Points de Repères“, die auch auf dem bekannten Kinderkanal KiKa ausgestrahlt wurde, kündigt die Folge über Alexander III von Makedonien wie folgt an:

Alexander der Große, König von Makedonien

Größenwahn und Fall

Alexander der Große, der weltgeschichtlich einzigartige Eroberer träumte von einer vereinigten Welt. Drei eng miteinander zusammenhängende Ereignisse prägten als Schlüsselmomente seinen beeindruckenden Lebensweg. Im 4. Jahrhundert vor Christus hat Alexander III. von Makedonien alle griechischen Städte vereint und begibt sich auf eine Strafexpedition gegen Persien. Nach der Eroberung Ägyptens und der Gründung Alexandriens fällt er in das riesige persische Reich von Großkönig Darius III. ein. Obwohl das makedonische Heer rein zahlenmäßig unterlegen ist, trägt es Sieg um Sieg davon. Nach Babylon marschiert Alexander auf die Hauptstadt Persepolis zu. Darius III. wird auf der Flucht getötet. Alexander, der inzwischen den Beinamen „der Große“ trägt, siegt an allen Fronten. Als Herrscher der gesamten damals bekannten Welt geht er in die Geschichte ein. Doch nimmt er sich mit der Eroberung Indiens eine Schlacht zu viel vor? Alexanders Generäle bitten ihn inständig, vor dem nächsten Feldzug eine Pause einzulegen: Die Truppen sind erschöpft. Alexander könnte, so ihr Vorschlag, den nächsten Krieg von Makedonien aus vorbereiten und dann die Eroberung des Mittelmeerraumes angehen. Doch der Feldherr hört nicht auf seine Ratgeber und schickt seine Soldaten nach Indien. Eine einzige falsche Entscheidung besiegelt das Schicksal von Alexander dem Großen …

Die Deutsche Erstausstrahlung der Folge mit Alexander der Große ereignete sich am Sonntag den 16.10.2016.

König Philipp II von Makedonien ist zwar kein Grieche, aber Makedoner

In der Dokumentation verwischt des öfteren die Bezeichnung „Grieche“, so wird im weiteren Verlauf der Dokumentation Alexanders Armee als „griechische Armee“ bezeichnet. Und das, obwohl man heutzutage weiß das Alexander in seiner Armee kaum Griechen hatte und das sogar auf den Seiten der Perser mehr Griechen kämpften als in der Truppe des Makedonenkönigs.

Jedoch gibt es Passagen in der Doku die die Griechen und Makedonier eindeutig differenzieren, so in dem Abschnitt über Alexanders Vater Philipp II von Makedonien.

So heißt es in der Doku:

Da tritt König Philipp der Zweite auf dem Plan, er ist zwar kein Grieche, aber Makedoner. Die Griechen tolerieren die Makedoner, sie dürfen sogar bei den olympischen Spielen mitmachen.“

Mit dieser Aussage wurde der historischen Realität Tribut gezollt, dagegen ist folgende Aussage die direkt im Anschluss folgt, wieder etwas fernab der historischen Realität:

Philipp hat einen Plan, die Stadtstaaten sollen aufhören sich zu bekriegen, Griechenland soll eine starke Zentrale Macht bekommen und dann Persien überfallen. Nicht mehr und nicht weniger. Er kämpft jahrelang bis er schließlich die beiden ersten Ziele erreicht. Die Griechen beenden ihren Zwist, und erkennen widerwillig seine Autorität an.

Es ist zwar schön umschrieben, was Philipp so dachte. Allerdings fehlt die „ganze Wahrheit“. So wird nicht direkt erwähnt gegen wen Philipp jahrelang kämpfte und warum die Griechen so widerwillig waren das Philipp II von Makedonien nun ihre ‚Autorität‘ ist:

Philipp II von Makedonien hatte jahrelang gegen die Griechen gekämpft, und widerwillig waren die Griechen, da sie von Philipp unterworfen wurden! Stichwort: Schlacht bei Chaironeia!! Diese Schlacht bzw. die resultierende verheerende Niederlage war auch der Grund warum die Griechen „ihren Zwist beendeten“.

Nicht umsonst wird der Ausdruck „makedonisches Joch“ verwendet, als Bezeichnung für die ‚Hegemonie‘ (=Herrschaft) Makedoniens über Griechenland, die ab da (Schlacht bei Chaironeia) andauerte bis die Römer kamen und die Griechen von der makedonischen Herrschaft befreiten…(Mehr dazu in unserem Beitrag: 22. Juni 168 vor Christus: Rom zerschlägt das Königreich Makedonien)

Aufstände der Griechen nach Philipps Tod und Alexanders Thronbesteigung

Eine weitere Passage der Doku wollen wir uns etwas genauer ansehen. Der Abschnitt mit dem Titel „Aufstand der griechischen Städte“.

In diesem Abschnitt wird erklärt, wie die Griechen sich nach dem Tod von König Philipps II von Makedonien als wieder frei von der makedonischen Herrschaft betrachteten, aber… (O-Ton vom Moderator):

Nach Philipps Tod dachten die griechischen Stadtstaaten sie wären wieder frei. Eine grobe Fehleinschätzung. Alexander mag sehr jung sein, aber er ist der geborene Eroberer.

Wie Philipp beherrscht er ausgezeichnet die Kriegskunst, und genau wie sein Vater kann er Unmengen trinken und rasen vor Wut. Alexander ist ein unermüdlicher Krieger, er kann unendlich liebevoll und nachsichtig sein, aber auch entsetzlich jähzornig.

In die Rolle des Königs schlüpft er ohne mit der Wimper zu zucken. Als die Stadt Theben sich auflehnt, reagiert Alexander blitzschnell und streng. Theben wird besiegt und dem Erdboden gleichgemacht.

Eine Botschaft die die anderen griechischen Stadtstaaten sehr wohl verstehen, weitere Aufstände gibt es nicht. Alle kehren ins Glied zurück.

Mehr zu den Aufständen der griechischen Stadtstaaten in unserem Beitrag hier: Griechische Aufstände gegen Makedonien

Anbei Lesetipp auf Makedonien.mk – Radiosendung des bayrischen Rundfunks: Alexander der Große: Wie ein Makedone die Welt veränderte